Wohlfühlen mit Wabi-Sabi

Mehr als nur ein Einrichtungstrend, sondern eine Denkweise die unser Zuhause in dieser Saison inspirieren wird.

Zwei große neue Trendrichtungen bahnen sich derzeit ihren Weg in unser Zuhause - die neue Opulenz und Wabi-Sabi. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein und sind doch ein Spiegelbild unseres Zeitgeistes. Lebt die neue Opulenz von Stilmixen und Retrocharme , lässt sich Wabi-Sabi als geradlinig, beruhigt und reduziert beschreiben. Beide bieten einen großen Wohlfühlfaktor für die kalte Jahreszeit, heute beginnen wir aber erstmal mit Wabi-Sabi.

Wabi-Sabi was ist das?

Zunächst scheint der Name doch etwas ungewöhnlich und erinnert eher an japanisches Essen. Die Richtung ist auch korrekt, denn eingeführt wurde der Begriff im 16. Jahrhundert in Japan. Wabi bedeutet eigentlich elend, einsam und einfach. Sabi steht für Alter und Reife. Auf den ersten Blick nicht sehr positiv behaftet, entsteht ein neuer Gedanke in der Kombination beider Wörter: Wabi-Sabi -die Schönheit des Unvollkommenen. In enger Verbindung zum Zen Buddhismus steht der Begriff für ein ästhetisches Konzept der Wahrnehmung von Schönheit. Somit ist dies kein Einrichtungstrend im klassischen Sinne sondern vielmehr eine Denkweise. Nach all der Beschleunigung und unserm ausgeprägten Konsumverhalten, sehnen wir uns doch gerade wieder nach Ruhe und Entschleunigung.

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Stil-Regeln

Wichtig ist die Denkweise. Sich einfach mal von allem befreien was unnötig ist, um Raum zum Atmen zu schaffen. Im Grunde war Wabi-Sabi schon vor Jahrhunderten ein Vorreiter für unseren geliebten Minimalismus. Klare Formen unterstreichen diesen Gedanken. Dabei geht es jedoch nicht um Perfektion und Schönheit im klassischen Sinne, sondern um die perfekte Unvollkommenheit. Alte Möbel mit Kratzern und Schrammen stehen für den Lauf der Zeit und erzählen ihre Geschichte. Wir verbinden damit Erinnerungen und schaffen ein wohliges Gefühl. Warum etwas im Vintage Look kaufen, wenn man doch so viele echte Schätze besitzt?

Materialien

Es liegt doch irgendwie auf der Hand, dass natürliche Materialien der Schlüssel dieses Stils sind. Holz- und Steinelemente finden wir in Möbelstücken wie Tischen oder Stühlen und auch in Accessoires. Wie bereits erwähnt, verabschieden wir uns hier von überflüssigem Nippes, so dass die Dekoration sehr reduziert und bewusst gewählt wird. Handgemachtes aus Keramik und Ton ist selten perfekt und genau deshalb so passend zu diesem Trend. Auch die Textilien verzichten selbstverständlich auf Chemiefasern, denn Nachhaltigkeit gehört dazu. Haptische Oberflächen und lebendige Strukturen, wie z.B. bei Leinen, runden das Bild ab.

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Farben

Die Farbwelt ist unaufgeregt und von der Natur inspiriert. Warme Grau- und Beigetöne geben dem Raum viel Ruhe. Auch pastellige Rosa- und Grüntöne passen durchaus in diese Stilwelt. Wichtig ist, dass wir uns wohlfühlen. Naturbelassene Wände, vielleicht sogar noch mit Resten einer alten Tapete, erzählen wieder ihre eigene Geschichte. Wände müssen nicht mehr perfekt gestrichen sein, sondern bekommen einen eigenen Charme durch Flecken und Streifen. Diese „verwaschene“ Optik ist sicherlich einer der neuen Key-Trends. Das Bewusstsein für die einfachen Dinge lässt Ruhe und Harmonie entstehen. Materielles wird zurückgestellt und Platz für Persönlichkeit entsteht.

Viele Worte und eigentlich ist es doch ganz einfach: lasst die Räume authentisch und unvergleichlich sein, denn sie sollen Eure Persönlichkeit widerspiegeln. Ein schönes Zuhause muss nicht teuer sein und braucht auch nicht den "einen" Stuhl am Esstisch. Nicht zu viel nachdenken sondern manchmal einfach den Zufall entscheiden lassen.

© framedstory 2019 / Hamburg, Deutschland

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